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Hallo neue Ankleide! – Plötzlich wirkt mein 13qm Schlafzimmer riesig

oder auch: Die verborgene Macht der Raumteiler

Keine Lust mehr auf zu kleine Schlafzimmer? Das ging mir auch so. Die Lösung: Mit meinem Schrank als Raumteiler habe ich mir am Ende eine eigene kleine Ankleide geschaffen.

Zack, Deal! Das habe ich mir gedacht, als mein Vormieter nur 120€ für den Kleiderschrank haben wollte. Und zwar für einen soliden vollausgestatteten 3-Meter Pax Schrank von meinem Lieblingsschweden! “Damit kann man bestimmt noch was machen”, dachte ich mir damals schon. Dass daraus ein Raumteiler für eine schicke Ankleide im Schlafzimmer werden würde, wusste ich zu dieser Zeit allerdings noch nicht.

Das erwartet euch

Ich will eine Ankleide im Schlafzimmer!

Obwohl ich mir wirklich viele Gedanken über die Anordnung der Möbel gemacht habe, bin ich beim Schlafzimmer trotzdem irgendwie stecken geblieben. Die Größe ist mit 13qm nicht wirklich riesig, aber noch ok. Am Ende bin ich bei der klassischen Aufteilung geblieben: Schrank an die eine Wand, Bett gegenüber, zwei Kommoden seitlich.

So richtig glücklich war ich aber nicht. Der Raum wirkte irgendwie eng, Stauraum reduzieren war allerdings keine Option.

Also bin ich nach einiger Zeit doch mal im Netz stöbern gegangen und siehe da, auf eine Idee bin ich bisher gar nicht gekommen: Den Schrank mitten in den Raum stellen und als Raumteiler nutzen. Raumtrenner habe ich schon in der WG genutzt, dort waren es allerdings offene Regele. Einen kompletten Kleiderschrank so nutzen? Ok, das ist mal was anderes.

Dahinter könnte ich aber endlich einen abgetrennten Ankleidebereich einrichten, fast wie ein begehbarer Kleiderschrank oder Ankleidezimmer. Und der vordere Bereich, in dem das Bett steht, wäre cleaner und räumlich getrennt. Ich hätte dann fast zwei Räume in einem. Die Idee gefällt mir immer mehr.

Problem ist nur, dass ein normaler Kleiderschrank nicht dazu gedacht ist, von hinten gezeigt zu werden. Da ist in meinem Fall nämlich eine dünne, blanke Rückwand mit Nägeln drin. Oh oh…

Das grobe Konzept steht (mit Animation)

Ok, ich mach es! Die Rückwand wird mit stabileren 3mm MDF Platten verkleidet, dann tapeziert, und dann gestrichen. Vorher muss der Schrank natürlich schonmal in seine finale Position. Also los geht’s!

Im Video seht ihr schonmal meine grobe Planung, wie es am Ende aussehen soll.

Animation: Eine Ankleide im Schlafzimmer entsteht

Material-Liste und Werkzeuge

Material-Liste

Malerabdeckvlies
3mm starke MDF Platten in der passenden Größe
Schrauben (ich benutze hier Universalschrauben 3,0 x 16mm)
Gewebeband
Tapeziergrund für Vliestapeten
(Renovier-)Vliestapete in weiß
Kleister

Werkzeuge

Leiter
Akkubohrer
(Holz-)Bohrer dünner als die benutzen Schrauben (bei mir 2mm)
Schraubenzieher mit passenden Aufsätzen (Bits)
Tapezierbürste
Cuttermesser

1. Schritt: Möbel neu anordnen, um im Schlafzimmer überhaupt erstmal die Basis für den Ankleidebereich zu schaffen

Jedes meiner Schrankelemente ist 60cm tief und 236cm hoch, zwei davon sind genau einen Meter und zwei 50cm breit. Von den zwei schmalen PAX-Elementen habe ich nur eines behalten, und das zweite Element durch einen weniger tiefen, aber gleich aussehenden Schrank ersetzt. So verliere ich zwar leider etwas Stauraum, aber ansonsten wäre der “Eingang” zu meinem Ankleidebereich einfach zu eng geworden. Das Möbelschieben hatte am Ende fast was von Tetris. So ein Bett kann verdammt groß und schwer sein, wenn man es umdrehen will…

Gleichzeitig mit dem Bett habe ich die Schrankmodule in die richtige Position geschoben. Zweimal 1-Meter nebeneinander als Raumtrenner mitten im Zimmer.

Mein Tipp (gilt für jedes Möbelstück): Zum Möbelschieben ein Stück Malerabdeckvlies mit der Stoffseite nach unten unter die Füße oder das gesamte Möbelstück klemmen. Die Schrankmodule habe ich zum Beispiel erst ein Stück nach vorne gezogen und dann nach hinten gekippt und an die Wand gelehnt. So konnte ich das Abdeckvlies darunterklemmen und sie recht einfach bewegen. Dann schafft man das auch ohne zweiten Helfer/zweite Helferin.

Schrank und Bett mitten im Raum, bald Raumteiler für Ankleide und werden zu ihrer endgültigen Position geschoben
Schrankmodule sind auf dem Weg zu ihrer endgültigen Position

2. Schritt: Schrankrückwand mit MDF-Platten verkleiden

Die 3mm starken MDF-Platten habe ich im Baumarkt zuschneiden lassen und in vier Teilen zu je 100cm x 118cm gekauft. Nicht weil das Sinn macht, sondern weil ich größere Stücke nicht hätte transportieren und/oder hochtragen können. Nun ja, so ist es eben, wenn man spontan sein Projekt startet und nicht warten will, bis jemand helfen kann.

So, jetzt müssen die Teile als nächstes an die Schrankwand. Die originale Schrankrückwand ist zu dünn, um die MDF Platten zu tragen, deshalb habe ich die MDF-Platten am äußeren Rand mit kleinen Schrauben an die Außenbretter des Schranks geschraubt. Die Löcher habe ich in den MDF Platten vorgebohrt, ein bisschen kleiner als die Schrauben sind und ich musste auch schauen, dass ich nicht die Nägel treffe, mit denen die Rückwand vernagelt war.

Zwischen den einzelnen Platten habe ich ein bis zwei Millimeter Abstand gelassen, weil ich mal gelesen hatte, dass sich MDF Platten beim Tapezieren durch die Feuchtigkeit gerne verziehen. Diese Lücke wurde dann mit flexibler Spachtelmasse verschlossen.

Weil ich das Gebilde für einen möglichen Umzug flexibel lassen wollte, habe ich versucht es reversibel zu gestalten. Also noch ein bisschen Gewebeband auf die Schrauben, damit die Köpfe nicht durch den Kleister verstopfen. Auch die beiden Schrankmodule sind an den Seitenteilen nur miteinander verschraubt, nicht verklebt.

Und dann ist das Ganze schon zum Tapezieren bereit (puuh, drei Kreuze…).

Blanke MDF Platten an der Schrankrückwand für Raumteiler Ankleidezimmer
Die MDF Platten sind nun da, wo sie hin sollen

3. Schritt: Die MDF-Platten tapezieren

Die Platten werden zuerst mit Tiefengrund grundiert, so haften später Kleister und Tapete besser. Bei der Tapete habe ich mich für Renoviervlies entschieden. Das ist günstig und echt einfach zu tapezieren, muss aber am Ende mit Farbe überstrichen werden. Beim Renoviervlies wird mit der Wandklebetechnik gearbeitet. Hier wird die Wand und nicht die Tapete mit Kleister eingepinselt und das Vlies kommt trocken von oben nach unten drauf. Für die Stoßkanten hatte ich ein Stäbchen bereitliegen mit Kleister, damit ich die Kanten auch schön festkleben kann und diese nicht abstehen. Nach dem Trocknen habe ich die am Schrank seitlich überstehenden Ränder mit einem Cuttermesser abgeschnitten.

Ich habe das alleine an einem Samstag gemacht, aber ich sage euch, es war eine Tortur. Ständig hing die Tapete da, wo sie nicht hinsoll. Vorzugsweiser schräg an der Wand oder an mir.

Daher: Besser zu zweit arbeiten 🙂

Tapete auf Schrankrückwand, Raumteiler Ankleide Schlafzimmer
Das Renoviervlies klebt endlich dort wo es soll

4. Schritt: MDF Platten streichen

Wand Schlafzimmer in dunkelgrau mit Streichwerkzeug

Jetzt kommt endlich Farbe dazu. Ich streiche wahnsinnig gern, für mich ist das wie Meditation. Deshalb war ich auch echt glücklich, als ich endlich soweit war. Fast geschafft!

Die Schrankrückwand wird pastellig türkis. Und eine der seitlichen Wände habe ich gleich noch in anthrazit mit gestrichen. Die Vliestapete lässt sich super streichen und ein Durchgang hat gut gereicht. Die Wand ist leider aus Rauputz, da muss ich zweimal ran.

Am Ende hat aber alles gepasst. Jetzt geht’s zum Feinschliff!

5. Schritt: Ankleidebereich einrichten

Die Türen meines Kleiderschranks mussten weichen, denn für die gab es nun nicht mehr genug Platz nach hinten zum Öffnen. Da ich nicht alles offen lassen wollte, habe ich mir ein Gardinensystem mit Stange besorgt und die an der oberen Kante des Schranks befestigt. Noch zwei dunkelgraue Gardinen dran, und dieser Teil ist erstmal fertig.

An der Wand gegenüber finden jetzt meine Schuhe und Stiefel Platz. Die Klammern für die Stiefel habe ich online besorgt, die Stange ist aber tatsächlich aus der Küchenabteilung meines Lieblingsschweden. Der Spiegel hat auch wieder einen Platz gefunden und eine neue Lampe mit Funkschalter gabs noch dazu. Dann noch ein bisschen Deko und schon bin ich fertig.

VORHER-NACHHER: Das Schlafzimmer wirkt mit Ankleide viel geräumiger

Wahnsinn, schon wieder ein Projekt geschafft. Das Schlafzimmer wirkt nun durch die Trennung in der Mitte viel größer, als ob es um einige Quadratmeter gewachsen wäre.

Insgesamt habe ich für die Vorbereitung und den Hauptteil zwei Wochenenden gebraucht, mir hat es aber unglaublichen Spaß gemacht. Bei solchen Projekten ist es einfach toll, am Ende das Ergebnis zu sehen.

Wie gefällt euch die Idee mit dem umgedrehten Kleiderschrank als Raumteiler im Schlafzimmer? Habt ihr schon ähnliche Projekte bei euch zuhause umgesetzt? Schreibt es mir in die Kommentare!

Michaela

Finanzen liebende Heimwerkerin

Ich bin Michaela, die Verrückte hinter diesem Blog. Eines Abends hat es mich gepackt und nun schreibe ich hier über Projekte, Ideen und Herausforderungen, die mich auf dem Weg in die Unabhängigkeit begleiten.

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